Esssucht (Binge-Eating)

Binge-Eating - Symptome, Therapie und Verbreitung

Symptome

  • Regelmäßige, übermäßige Nahrungsaufnahme, die weder von einem Hunger- noch von einem Genussgefühl verursacht wird.
  • Von einer Esssucht betroffene Personen verzehren, meist in nur kurzer Zeit, ein Vielfaches ihres täglichen Nahrungsbedarfes
  • Nahrungsaufnahme verläuft hastig, unkontrolliert und meist in sozialer Isolation, um die eigene Suchtproblematik vor dem sozialen Umfeld zu verheimlichen
  • kein Gefühl der Sättigung
  • starke Schuld- und Schamgefühle nach dem Essanfall

Folge: oftmals Adipositas (Übergewicht) mit allen körperlichen Folgen, sowie sozialer Rückzug

Diagnose

  • Essattacken mindestens 2x wöchentlich über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten
  • keine Maßnahmen der Gewichtsreduzierung wie etwa Fasten oder sportliche Betätigung, kein Erbrechen
  • Diagnose über konkrete Fragen per Fragebogen und Gespräch mit Psychologen

Therapie

  • physische und psychische Therapieverfahren
  • kognitive Verhaltenstherapie (ambulant/ stationär)
  • Gewichtsreduktion mithilfe von Ernährungsberatung (Wissen über gesunde Ernährung vermitteln)
  • Folgeerscheinungen wie Depression oder soziale Ängste werden ebenfalls in der Gesprächstherapie behandelt
  • Gruppen- oder Einzelsitzungen.
  • Ziel: Umkonditionierung der Essgewohnheiten: Die ursächliche Stress- oder Angstsituation die mit dem Essen betäubt wird soll anders kompensiert werden (Skills)
  • Das Bonner Zentrum für Essstörungen e. V. bietet eine telefonische Sprechstunde mit Auskünften zu den verschiedenen Hilfsangeboten.

Verbreitung

  • 1-4% der Gesamtbevölkerung leiden unter einer krankhaften Esssucht
  • Frauen sind häufiger von einer Binge-Eating-Störung betroffen als Männer
  • Betroffene meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr